Binnendünen Siegenburg

Komm wir wandern durch die Dünen! Was? Hier in der Holledau? Jawohl – versteckt im Dürnbacher Forst liegen die Binnendünen Siegenburg. Danke Eiszeit!

Binnendünen Siegenburg: Schnelle Fakten

Dauer: circa 1h, je nachdem wie viel Zeit man sich für Naturbeobachtungen nimmt

Geeignet für: Sandige Wege, rollende Gefährte also ein NoNo, sonst geeignet für Jung und Alt

Besonderheiten: Naturschutzgebiet mit einzigartigen Tieren (Ameisenlöwe!) und Pflanzen (Sandstrohblume!), entsprechend gelten die üblichen Regeln (auf den Wegen bleiben, nichts pflücken, kein Feuer, Hunde anleinen etc.)

Binnendünen Siegenburg: Detaillierte Beschreibung

Sanddünen mitten in Bayern – wo gibt’s denn sowas? Na, bei Siegenburg. Versteckt im Wald. Dank GoogleMaps finden wir einen guten Parkplatz. Denn vor Ort sind die Binnendünen nicht wirklich ausgeschildert. Erst bevor man direkt in den Wald reinstartet, gibt es folgende Infotafel.

So lernen wir: Der Sand liegt da, weil er in der Eiszeit dorthin gepustet wurde. Bis zu zehn Meter hoch. Eigentlich würde die Düne gerne wandern, aber der Bewuchs hält sie davon ab. Und: Binnendüne heißt sie, weil sie im Binnenland – also nicht am Meer – liegt. Wir sind gespannt.

Was sofort auffällt: Der Wald ist toll licht, obwohl es ein Nadelwald ist. Der Biologensinn erkennt sofort: Aha, Kiefernwald. Die mögen Sand. Dadurch sieht das ganze malerisch aus. Und zwar auch jetzt, im Winter. Die Stimmung im Sommer muss traumhaft sein!

Aber Moment mal, wo ist denn hier der Sand? Tatsächlich muss man ihn ein wenig suchen. Denn größtenteils sind die Sanddünen bedeckt. Dem schmalen Weg folgend finden wir uns aber schnell auf einer der Flächen wieder, die „gepflegt“ werden. Das heißt, der Belag wird entfernt, die Bäume ausgelichtet, sodass der sandige Lebensraum erhalten bleibt. Schließlich leben hier ein seltene Tiere und Pflanzen.

Was nicht so einfach ist: Die Geschichte mit dem Weg. Es gibt nicht wirklich einen erkennbaren Rundweg, sodass wir erst in die falsche Richtung (Richtung Straße) laufen. Wenn man sich nach dem kleinen Pfad aber nach rechts orientiert, kommt man schließlich zu sichtbar sandigen Flächen.

Ameisenlöwen-Paradies

Jetzt im Winter ist alles sehr ruhig. Hier also tummelt sich im Sommer die Larve der Ameisenjungfer – besser bekannt als Ameisenlöwe. Ein kleines Insekt, dass im Sand eine tödliche Falle für Ameisen baut. Indem er einen Trichter gräbt, in dessen Zentrum er sitzt. Nähert sich eine Ameise, bewirft er diese auch noch mit Sandkörnern, sodass sie schließlich in die Tiefe in sein wartendes Mäulchen rutscht.

Weiter geht es den mittlerweile deutlich breiteren Waldweg entlang. Noch über eine letzte Düne gehoppelt und es öffnet sich der Blick in den Wald hinein. Sieht wieder toll aus. Geht man diesen Weg weiter, findet man sich auf einmal im „normalen“ Wald wieder. Fichten haben die Kiefern abgelöst. Die nächste Wegkreuzung rechts halten, dann geht es wieder zurück zum geparkten Auto.

Wir freuen uns auf jeden Fall, die Szenerie nochmal bei wärmeren Wetter zu genießen. Wenn man auch sieht und hört, was da kreucht und fleucht.


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