Entdeckt: Biohof Amberger

„Verkauf ab Hof“ – glückliches Gemüse (und seit Neuem auch Eier) kriegt man beim Biohof Amberger in Jebertshausen oder Aiglsbach. Geöffnet: Immer. Aber wer steckt eigentlich hinter dem schicken Biohof-Schild? Und wo genau kommt da das Gemüse her? Wir haben Familie Amberger besucht!

Ihr könnt jetzt in den unterhaltsamen Text eintauchen, oder euch erst mal von diesem Video berieseln lassen:

Regional rocks!

Regional einkaufen macht riesig Spaß! Darum halten wir immer Ausschau nach den Schildern, die darauf hinweisen, dass man etwas direkt ab Hof kaufen kann. Aber auch da gibt es sehr unterschiedliche Schildtypen. Absolut raus sticht dabei der „Biohof Amberger„. Hier hat offensichtlich jemand mit Gespür für Design und Wiedererkennungswert Hand an gelegt! Konkret war das Magdalena Amberger.

Das frische Design lässt es erahnen, aber Magdalena und Stefan Amberger sind noch recht jung – Anfang 30 – und haben eigentlich ganz andere Jobs. Er arbeitet am Flughafen und sie in Weihenstephan. Doch irgendwie war die Sehnsucht da, noch etwas „mit den Händen“ zu machen und auch gemeinsam zu arbeiten. „Und schlussendlich wissen wir auch, dass es einen Sinn hat, was wir da tun.“ 

Alt-bewährt

Sie spürten ihre landwirtschaftlichen Wurzeln und bauten 2019 etwas völlig Neues auf. Ein eigener kleiner Biohof. Aber nicht einer von vielen. Man merkt, die beiden haben sich im Vorfeld viele Gedanken gemacht: „Wir haben zum Beispiel gezielt nach alten Gemüsesorten geschaut. Jetzt probieren wir uns einfach aus. Denn es gibt so viele Sorten, die man gar nicht mehr kennt, die aber auf dem Teller voll schön aussehen!“ 

Ein absoluter Hingucker sind die gestreifte rote Beete, aber auch die bunten Kartoffeln und verschiedenen Karottensorten. Etwa die, die außen rot, dann orange und innen weiß ist. So was findet man nicht im Supermarkt! Aber bevor die Ernte in akkuraten Tütchen im Ab-Hof-Verkauf eingekauft werden kann, muss das Gemüse erst mal vom Feld geholt werden.

Biohof Amberger: Ab aufs Feld

Mindestens einmal die Woche fahren Magdalena und Stefan aufs Feld um ganz frisch das Gemüse aus dem Boden zu ziehen. „Bei vielen Sorten ist es so, je länger es im Boden bleiben darf, desto schmeckt es dann auch“, erklärt Magdalena. Geerntet wird, was abgenommen wird. Der Biohof Amberger beliefert auch Gasthäuser, unter anderem den Spitzer in Osterwall. Und was sie an den Verkaufsstellen verkauft, hat Magdalena mittlerweile im Gefühl.

Liebliches Gemüse

Und so wird mit dem Spaten gestochen, mit der Gabel gerüttelt und -ratsch, ratsch, ratsch – das Grün von Karotten, Pastinake oder Sellerie getrennt. Was hier geerntet wird, sieht auch nicht aus wie die Supermarkt-Ware von der Stange. Hier ist jedes Gemüse individuell. Auch mal ein bisschen krumm oder verwachsen. Dem Geschmack tut das Aussehen keinen Abbruch. Und irgendwie kriegt man wieder mehr ein Gefühl dafür, wie es eigentlich sein sollte, wenn eben nicht alles auf maximalen Ertrag getrimmt und einer Norm entsprechen muss. „Für mich ist das Gemüse ehrlicher, wenn es nicht so schön ausschaut“, erklärt auch Erntehelferin Judith. Irgendwie ist es, ja, liebenswert, dieses Gemüse!

 

Arbeit, die zufrieden stellt

Die Ambergers haben bei der Auswahl der Kulturen darauf geachtet, dass sie möglichst das ganze Jahr auch was aus der Erde ziehen kann, über 25 Gemüsesorten sind es. Trotzdem gibt es eine Hochsaison im Sommer, die ziemlichen Einsatz von ihnen fordert. Aber: „Die Arbeitet erdet einen unheimlich. Man ist abends zwar kaputt, aber zufrieden“, erzählt Magdalena. Mit dem Gemüse haben die beiden mittlerweile so eine Routine entwickelt, dass es Zeit wurde für einen neuen Baustein im Bio-Plan: Eigene Hühner!

Biohof Amberger: Aufs Huhn gekommen

„Ich hatte vorher einen Heidenrespekt davor, Hühner anzuschaffen.“ Magdalena sitzt, umringt von braunen und weißen Farbtupfen auf einer Wiese bei Aiglsbach. „Aber: Wir sind voll begeistert von unseren Hühnern!“ 144 Hühner und zwei Hähne bewohnen hier einen mobilen Hühnerstall und durchkämen die abgesteckte Wiese nach leckerem Getier.

Mit dabei: die Ziegen Rosi und Alma. Die Ziegen sind nicht nur Zierde, sie sollen als „Wachhunde“ Gefahren von den Hühnern abwehren. Ganz nebenbei sind die beiden auch noch absolut entzückend, neugierig und lassen sich auch gerne streicheln.

Biohof Amberger: Her mit mehr Nachhaltigkeit!

Bis zu 100 Eier legt die fleißige Hühner-Schar, verkauft werden die Eier in den Hofläden. Auch zu Nudeln lässt das Paar den Eiersegen verarbeiten. Mit den Hühnern gehen die beiden konsequent auch den Weg zu mehr Nachhaltigkeit – den die gackernde Schar bekommt unter anderem die Gemüseabfälle, die beim Hof anfallen, zu fressen. So stellt man sich ein glückliches Hühnerleben vor!

 

Biohof Amberger: Die Verkaufsstellen

Jetzt aber muss erst einmal die geerntete Ware unter die Leute. Der Biohof Amberger bietet dafür zwei Verkaufsstellen. Eine in Aiglsbach, wo sie wohnen, die andere in Jebertshausen, wo der elterliche Hof steht. Dort kann, wer Lust auf frisches Gemüse, Nudeln oder Eier hat, jeder immer vorbei kommen, wenn er möchte. Als „Self-Service“-Station nimmt man sich, was man haben will. Macht eine Kopfrecheneinheit und schmeißt den passenden Betrag in die Kasse. Schummelt da nicht manchmal einer? „Nein“, erklärt Stefan, „nach unserer Erfahrung sind die Leute sehr ehrlich!“

 

 

Der Traum vom eigenen Schwein

Für die Ambergers haben die Tage einfach zu wenig Stunden. So viele coole Ideen könnte man noch umsetzen. Die zwei müssen sich da aber eher (noch) einbremsen. „Wir haben zum Beispiel Streuobst-Wiesen angelegt und hoffen da in ein paar Jahren auf die Ernte. Das müssen wir immer noch im Kopf haben, dass bei allem, was man anfängt, das bald auch noch dazu kommt. Hühner-Patenschaften wären auch ein Idee. Auch ein paar glückliche Schweinderl wären noch schön.“ 

Ab in den Mund!

Nach dem wir so viel über „glückliche“ Lebensmittel geredet haben, haben wir jetzt große Lust, die eingekauften Schätze auch gleich kulinarisch zu verwandeln. Es werden selbstgemachte Eier-Nudeln mit Ricotta-Rote-Beete-Sauce. Nicht nur optisch ein Fest!

Lust auf einen Besuch? Die Hintergrundinfos:

Öffnungszeiten Biohof Amberger:
immer!

Website: www.biohof-amberger.de

Adressen:
Filiale 1:

Auerbergstr. 19
85283 Jebertshausen

Filiale 2:

Lerchenfeldstr. 15 A
84089 Berghausen

ODER man deckt sich über die Marktschwärmerei  Abensberg ein und holt sich die Produkte an einem der Verteilerpunkte ab.

Google Maps

Mit dem Laden der Karte akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Google.
Mehr erfahren

Karte laden

Schreibe einen Kommentar